Grenzzäune

Diese Serie, die aus insgesamt 16 Aufnahmen besteht, spürt einem Phänomen nach, dass ich bald nach der Grenzöffnung in den sachsen-anhaltinischen Dörfern beobachtet hatte: Viele Bewohner errichteten an ihren Grundstücken hohe, blickdichte Zäune und Mauern. Ging es ums Schützen von Hab und Gut, ums Einigeln und Abschotten, oder war es schlicht die einfache Verfügbarkeit von Baustoffen? Nachdem die Landesgrenze und der Grenzzaun gefallen war, entstanden so neue Zäune, die neue Grenzen zogen. Dieses Phänomen dauert bis heute an und hat sich inzwischen auch auf den westlichen Teil Deutschlands ausgeweitet, wie die Fotos aus Niedersachsen zeigen. Der Staketenzaun, der auf einer Aufnahme zu sehen ist, war vor der Grenzöffnung die übliche Grundstücksbegrenzung; er prägt die Landschaft der Altmark zwar bis heute, ist aber immer weniger zu sehen.
 

Entstanden im Sommer 2019 in den Dörfern beiderseits der ehemaligen Zonengrenze.

Neun Bilder dieser Serie waren mein Beitrag zur Mitgliederausstellung ZONENRANDGEBIET des
Museum für Photographie, Braunschweig (14.12.2019 - 26.1.2020).